Der Bauch lügt nicht!
Von xflixx,
10.05.2009,
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Manchmal hat man es einfach im Urin, dass der Flush ankommt. Oder dass man Runner Runner Straße trifft. Man schaut sich verliebt sein
auf dem
Flop, wobei man vor dem geistigen Auge schon die
daneben liegen sieht und sich denkt "Du foldest dein
doch eh nicht!". Mathe und Odds hin oder her, der Bauch lügt manchmal einfach nicht. Währen der gestackte Gegner einem wüste Beschimpfungen an den Kopf wirft und sich die Haare über den Flop Call rauft, sammelt man selbstzufrieden die Chips ein freut sich, dass man auf den Bauch gehört hat. Mein Freund Thomas hat vor Urzeiten ja schon einmal einen Blogeintrag über "The Return of the Bauchspieler" verfasst. Daran musste ich mich am Freitag erinnern, als ich nach Venlo zum 50er Rebuy gefahren bin. Heute blogge ich also über meine Casino Erlebnisse vom Freitag und das Bauchgefühl, auf das ich nicht hören wollte, und das mich eine Menge Geld hat kosten sollen.
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Einer meiner besten Freunde (Marcel) hatte noch vom Vorjahr eine Geburtstags-Einladung von mir und einem gemeinsamen weiteren Freund (BastiA, der übrigenss mal ein ehemaliger Minraise Blogger war
) von uns zum Turnierspielen in Venlo ausstehen. Die hat er also dann am Freitag eingelöst, und nachdem ich vormittags noch ein bisschen Arbeit verrichten konnte, haben wir uns dann gegen 7 vor Ort getroffen. Karten konnten wir diesmal rechtzeitig ergattern, denn meistens sind die schon früh weg vor Turnierbeginn um 8. Meinen Seat konnte ich direkt gegenüber von Marcel nehmen. Das Turnier selbst hat keine sonderlich tolle Struktur, und wie ihr mich kennt, brannte ich eher schon zu Beginn des ganzen eher darauf, endlich Cashgame zu spielen.
Startstack: 1000 Chips
Blinds: 10/20, 20/40, 30/60, 40/80, 50/100, 100/200 Ante 20, 150/300 Ante 30 usw.
Levels: 15 Min. bis zur Ante, dann 20 Min.
In den ersten vier Levels kam es zu keiner besonderen Hand für mich, ich limpte einmal mit
, musste aber gegen 4 Gegner auf einem
Board gegen Bet und Raise Action aufgeben.. Zwischendrin ereigneten sich lustige All-Ins zwischen
vs
und Preflop Raises auf den zehnfachen Big Blind bei 10/20 oder auch 20/40 Blinds. Insgesamt in jedem Fall ein paar sehr nette, spendierfreudige Gegner.
Leider bekam ich davon nicht das beste, da mir einfach keine Hand zugeteilt wurde, die auch nur annähernd sinnvoll zum Pushen geeignet gewesen wäre in Level 5. Denn hier ging mein Stack runter auf ca. 7-8 Big Blinds. Ich habe zweimal blind All-In gepusht, als ich nur noch 5 bzw. 6 BB hatte, und konnte einmal mein
herumdrehen, ein zweites Mal mit
gegen
verdoppeln (der River brachte mir die schöne
), und zu guter letzt musste ich in Level 7 dann mit nur noch 4 Big Blinds mit
vom Button All-In pushen. Ich hätte es natürlich gern gesehen, wenn mir mein blindes All-In kurz zuvor die entsprechende Action gegeben hätte, wenn ich endlich mal eine gute Hand hatte, aber leider hatte ich keine – da brachte mir auch das schlechteste Image nichts mehr. Ich hätte bestimmt noch 1-2 Orbits überlebt, aber leider wachte der Big Blind mit
auf und callte mein All-In. Flop
, Turn
…….aber der River brachte einen König und ich war raus – Die Rebuy Phase war auch schon nach Level 5 vorbei.Traurig und zugleich erstaunlich mitanzusehen war im übrigen auch, wie mein Kumpel Marcel aus dem Turnier ausschied:
In Level 5 limpte Marcel mit 12 Big Blinds mit
und 4 Spieler sahen den
Flop. Der Big Blind setzte von vorne an, Marcel raiste für seine restlichen 11 Big Blinds All-In, und bekam zwei Calls (!). Beide Caller hatten eine Straße gefloppt, der eine mit
und der andere mit
. Turn und River brachten keine Hilfe für Marcel, und er musste leider raus.Ein ziemlich sickes Setup würde ich sagen. Der Tisch schüttelte kollektiv die Köpfe
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Immerhin war nun Zeit, Cashgame mit Basti spielen zu gehen. Er war schon kurz nach Beginn des Turniers raus, und ebenfalls heiss auf Cashgame. Ich setze mich an seinen Tisch (in der Regel laufen immer so 2-3 NL200 Tische und ein 5-5 Tisch), kaufte mich für 200 Big Blinds am 2-2 NL Tisch ein, da dort ebenfalls zwei Spieler mit tiefen Stacks saßen, und los ging es. Direkt in einer der ersten Hände, ich hatte noch keine Gelegenheiten, Reads oder ähnliches zu sammeln, limpte ich von vorne mit
nach 2 Limpern. Der Button raiste auf 10€, hatte selbst nur noch 80€ im Stack. Da es aber 3 weitere Caller gab, callte ich ebenfalls, und wir sahen den Flop:
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Im Pot lagen jetzt ca. 50€, alle checkten durch zum Preflop Raiser, und der stellte in einer Millisekunde seine restlichen 80€ in die Mitte. Alle foldeten zu mir, und ich hatte auch keine Wahl, als meine Hand wegzulegen. Mein Bauch sagte mir: Du hast die Hand gecallt und getroffen. Der Typ geht direkt All-In, warum sollte er das tun wenn er getroffen hat? – Call!. Mein Gehirn hingegen sagte mir: Du hast gecallt, weil die Odds gut waren, um Two Pair, den Nutflush Draw oder Trips zu floppen in einem Multiway Pot, nicht um gegen den Preflop Raiser, der dich mit deinem Mini Kicker hier so gut wie immer geschlagen haben sollte, 80€ zu verlieren. Er geht gegen 4 Gegner All-In, also muss er stark sein! Fold!
Also legte ich recht zügig mein Ass offen weg, und der Preflop Raiser warf mir sein Paar Könige vor die Nase, wie ein Bulle, der den Matador gerade umgenietet hat. Schön. Der Bauch hatte also recht.
Direkt darauf kam die nächste Hand, die mir mein Gehirn versaute, weil der Bauch mal wieder Recht hatte:
UTG (~150€ Stack) erhöhte auf 4€, und ich konnte nicht anders, als direkt an mein eigenes Blog Logo zu denken (MINRAISE = ACES) – Aber wer weiss schon, was sich der Typ denkt. Vielleicht hat er das zuvor schon jede Hand gemacht, ich war ja erst seit einer Hand am Tisch. Es wurde zu mir am Button mit
gefoldet. Sowohl mein Bauch als auch mein Gehirn sagten mir: Call! Implied Odds hast du, er hat bestimmt Asse! Also ein klarer Call. Dann reraiste der Big Blind (400€ im Stack) auf 12€ (Was ist denn hier los?), und mein Bauch fing schon an zu jubilieren, weil er spürte, dass ich jetzt bestimmt Asse und Könige mit
gemeinsam stacken könnte. Leider kam nun der UTG Minraiser noch einmal drüber für 36€, und nun war es wieder so weit für eine Diskussion zwischen Bauch und Gehirn:
Bauch: Call! Du stackst Asse und Könige!
Gehirn: Wenn der Reraiser aus dem Big Blind aber jetzt nochmal drüber geht, hast du 36€ für nichts investiert.
Bauch: Du stackst Asse und Könige!
Gehirn: Wie oft floppe ich denn tatsächlich eine so gute Hand wie Two Pair ode Trips, damit sich das lohnt bei 36€ preflop? Außerdem darf der Big Blind noch agieren!
Bauch: Oh boy…dann fold halt.
Und weg ging die Hand. Der Reraiser callte nur, und ich ahnte jetzt schon böses. Der Flop kam:
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Nach einem Check vom Big Blind setzte der UTG Raiser 60€ an, bekam einen Call, und am Turn gingen die restlichen Chips auf die
zwischen
vom Big Blind und den
vom UTG Spieler in die Mitte. Ich wollte schon fast die Session quittieren, und mit Marcel an die Bar gehen, um meinen Bauch wenigstens anderweitig zu befriedigen, aber bekam dann in Folge noch dreimal
(jeweils typische Hände: Raise preflop, Bet Flop und alle folden, bzw callen maximal eine Straße und folden am Turn), und konnte mir so immerhin das Buyin fürs Turnier sowie einige Snacks und Getränke erspielen.
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Naja, und die Moral von der Geschicht? Der Bauch kann einem noch so viel erzählen, manchmal glaubt man dran und behält recht, aber andere Male sieht man wie ein Dummkopf aus und verliert eine Menge. Auch wenn Poker uns mit seinen Ergebnissen häufig bestraft, sollte man eigentlich lernen, sich zu beherrschen, und keinen "Gefühlen" nachgeben, wenn die Wahrscheinlichkeiten gegen uns sprechen. Poker macht es möglich, dass selbst der überzeugteste Bauchspieler von Zeit zu Zeit recht behalten kann. Aber ob er sich auf lange Sicht durchsetzen wird?
Dieser Gegner in einem meiner letzten HU Matches meinte nach der folgenden Hand:
zu mir im Chat: "Ich hatte so ein Gefühl…"
In diesem Sinne eine schöne Woche und ein gutes Bauchgefühl,
Euer Flix









